Austausch bibliothekarischer Erfahrungen aus aller Welt: globale Perspektiven auf die Vielfalt sozialer Dimensionen in bibliothekarischer Arbeit

Der IFLA World Library and Information Congress 2017 widmet sich mit seinem Thema Library.Solidarity.Society einer Seite bibliothekarischer Arbeit, die im Zuge globaler Vernetzung von besonders großer Bedeutung ist. Öffentliche Bibliotheken sind Spiegelbilder der Gesellschaft, weshalb gesellschaftliche Vielfalt auch für Bibliotheken ein wichtiges Anliegen sein soll. Hier am Weltkongress, an dem sich Tausende Delegierte aus über 120 Nationen treffen, um über Büchereien, Solidarität und Gesellschaft zu reflektieren, wird dieser Tenor schon deutlich, wenn man ins bunte Publikum bei den Präsentationen blickt.

Eine solche Diversität findet sich auch thematisch in den Vorträgen wieder. Wenn etwa die Lesemotivation von Kindern zum Thema gemacht wird, fällt auf, dass in anderen Ländern (etwa bei den skandinavischen Kolleginnen und Kollegen) auch zahlreiche Männer dieser Profession nachgehen. Außerdem wird die Notwendigkeit kultureller Sensibilität in den Herausforderungen deutlich, denen sich Kinderbibliothekarinnen und Kinderbibliothekar weltweit ausgesetzt sehen. Die IFLA Standards zum Umgang mit den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen in Bibliotheken sollen revidiert werden, weshalb eine aktive Teilnahme hunderter Expertinnen und Experte bei diesen Reflexionen einen wichtigen Beitrag zur „global vision“ der Zukunft bibliothekarischer Arbeit leisten. Kinderbibliothekarinnen und Kinderbibliothekare aus aller Welt (etwa aus Rumänien, Uganda, Australien, Schweden, Korea und vielen anderen Ländern) diskutieren Aspekte ihrer täglichen Arbeit, die in die Revision der internationalen Standards Eingang finden sollen.

Carolynn Rankin

Bibliothekarinnen und Bibliothekare aus allen möglichen Ländern präsentieren beim IFLA World Library and Information Congress 2017 auch ihre Projektarbeiten, die eine ebensolche Buntheit in der bibliothekarischen Arbeit kundtun. Ob nun bildungspolitische Ansätze, kulturelle Feinheiten, Digitalisierungsprojekte oder lesepädagogische Motivationen u.v.m. – bei der Poster-Ausstellung zu diesen Projekten werden der Themenvielfalt keinerlei Grenzen gesetzt. Viele der Projekte untermauern ebenfalls die gesellschaftliche Wichtigkeit Öffentlicher Bibliotheken.

Heike Merschitzka, Stadtbibliothek Linz, Susanne Tretthahn, BVÖ, Markus Jäger, Stadtbücherei Innsbruck

Ein weiteres wichtiges Thema in diesem Zusammenhang mit der Signifikanz Öffentlicher Bibliotheken für gesellschaftliche Vielfalt ist auch der Umgang mit LGBTQ Kundschaften. Vertreterinnen und Vertreter aus den Queer-Studies erläutern die Relevanz bibliothekarischer Aktivitäten im Zusammenhang mit konkreter Anti-Diskriminierungsarbeit. Die Inklusion von Medien über schwule oder lesbische Themen etwa, Literatur über sexuelle Identitäten bzw. lang überfällige Entfaltungen im Umgang mit tradierten Geschlechterrollen oder für Menschen aus der Transgender-Community sind von großer Bedeutung für die soziale Dimension in der Arbeit Öffentlicher Bibliotheken jeder Größe. Bibliotheken sollen Orte des gerechten Zugangs zu Information sein. Eine Gerechtigkeit, die auch für alle gelten muss. Dieser Tatsache widmen sich internationale Expertinnen und Experten am IFLA World Library and Information Congress 2017 mit großer Leidenschaft und Glaubwürdigkeit.

 

© Text und Fotos: Markus Jäger

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