Lesen und Selbstbewusstsein: die Universalität bibliothekarischer Arbeit und ihre vielen Gesichter

Was ein Großereignis wie den IFLA World Library and Information Congress 2017 auszeichnet, ist sein Potenzial für Inspiration.

Vergleichsmöglichkeiten bibliothekarischer Arbeit auf dieser internationalen Ebene sind eine wunderbare Quelle der Bewusstmachung, wie wichtig auch die eigene Arbeit ist. Was für alle Bibliothekarinnen und Bibliothekare rund um den Globus gilt.

Wenn etwa die Frage „Welchen Beitrag leisten öffentliche Bibliotheken mit ihrem Einsatz für Lesekompetenz?“ von Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt diskutiert wird, wissen die internationalen Delegierten wichtige Impulse beizutragen. Die unterschiedlichen Bedingungen in den verschiedenen Ländern, Kulturen und politischen Umfeldern sind prägend für die universelle Signifikanz öffentlicher Bibliotheken für den Erwerb von Lesekompetenz.

Wiederholt wird in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit von Kooperationen hingewiesen. Kooperationen mit Elternvereinen, offiziellen Institutionen und anderen Partnern spielen in Österreich eine ähnliche Rolle wie etwa in Äthiopien. Gute Kinderliteratur in afrikanischen Muttersprachen hingegen ist schwerer zu bekommen als deutschsprachige Kinderbücher in Österreich. Ein weiterer Grund, warum Netzwerkarbeit im Bibliothekswesen von so großer Bedeutung ist.

Eine ähnliche universelle Rolle bei unterschiedlichen Bedingungen spielen Bibliotheken im Zusammenhang mit Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Die Special Interest Groups der IFLA, die sich einzelnen Facetten bibliothekarischer Arbeit widmen, bieten auch die Möglichkeit, den beruflichen Fokus auf Frauen im Bibliothekswesen zu richten. Dabei geht es u. a. auch um die Rolle, die Bibliotheken im Zusammenhang mit dem Kampf um Frauenrechte spielen können bzw. sollen. Delegierte aus verschiedenen Kulturkreisen bieten unterschiedliche Antworten auf die Frage: „Wie können wir durch gestärkte Lesekompetenz auch das Selbstbewusstsein von Mädchen stärken?“

Eine weitere Dimension bibliothekarischer Arbeit, deren globale Bedeutung auf dem IFLA World Library and Information Congress 2017 in zahlreichen Vorträgen zum Thema Lesekompetenz betont und näher erläutert wird, ist das große Thema Digitalisierung. Die Veränderung der Medienwelt betrifft uns alle – egal, wo auf der Welt wir uns befinden. Berufsvertreter des Gastgeberlandes etwa erläutern die Frage, inwiefern Bibliotheken als Investment begriffen werden können und präsentieren in diesem Zusammenhang ein Projekt der Digitalisierung öffentlicher Bibliotheken in Polen:

 

© Text und Fotos: Markus Jäger

Kommentare

Bild des Benutzers Susanne Tretthahn

Vielen Dank für diesen tollen Einblick in die wichtigen Fragen, die heute am WLIC 2017 aufgegriffen und thematisiert wurden!

 

Bild des Benutzers Markus Jäger

Die Vorträge waren in der Tat sehr spannend und haben die Bedeutung bibliothekarischer Arbeit weltweit gekonnt untermauert!

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