Plan B

Heute Vormittag waren David und ich wieder auf Tour. Auf einer Halbinsel, bis die Straße aus und umdrehen angesagt war. Wir haben einen Kindergarten und eine Volksschule besucht und wurden freudig begrüßt.

Die Namen der Kinder aufzuschreiben war nicht nur für mich eine Herausforderung. Auch David hat genau hinhören müssen. Aber Liam, Amelia, Cameron, Ace, Sybel, Archie und alle anderen konnten ein, zwei Bücher mitnehmen. Manche der Kindergartenkinder wollten den Bus gar nicht mehr verlassen. Der Bücherbus ist das absolute Highlight für die Kinder.

Aber nicht nur für sie, auch bei den erwachsenen Leserinnen und Lesern sind wir heiß ersehnt. Die meisten nehmen so an die zehn Bücher mit. Schließlich kommt der Bus ja erst wieder in drei Wochen.

Gestern Abend habe ich von der Änderung des Plans für meine weitere Reise erfahren. Eigentlich hätte ich ja heute Nachmittag auf die Insel Skye fahren sollen und dort zwei Tage mit dem Bücherbus mitfahren können. Es war jedoch notwendig, einen Plan B zu entwickeln, da der Bus auf Skye seinen Geist aufgegeben hat. Diese Busse sind alle schon recht alt und da sie einiges aushalten müssen auf den Touren sind sie nicht mehr sehr zuverlässig.

Also hieß es nach unserer Mittagspause von David Abschied nehmen und Eilenor hat mich zurück nach Inverness gebracht.

Dort durfte ich das Headquarter der High Life Highland Libraries, die in den Highlands 40 Büchereien und die Bücherbusse betreiben, kennen lernen. Ein sehr beeindruckender Betrieb. Riesige Bücherregale, für jede Bibliothek, ein Haufen blauer Boxen, mit denen die bestellten Bücher zu den einzelnen Bibliotheken gebracht werden. Die Leserinnen und Leser können ihre Bücher online bestellen und diese Bestellungen werden durch das vernetzte Bibliotheksprogramm von der Bibliothek, wo das Buch gerade ist, über das Hauptquartier in die Bibliothek, in der die Bestellung aufgegeben wurde, zugestellt.

Nach der Führung durch die Zentrale bin ich mit dem Bus, diesmal nicht Bücherbus, sondern Autobus,

wieder in den Westen gebraust. Nach Fort William. Zwei Stunden, davon über eine Stunde entlang dem Ufer von Loch Ness, so lang ist dieses Loch. Auch wenn ich kein Monster gesehen habe, ist es sehr beeindruckend.

Von Fort William aus geht´s morgen noch mal mit einem Bücherbus an die Westküste. Vor dem Fenster meines Hotelzimmers bläst der Wind, eigentlich eher ein Sturm und ich bin schon gespannt, wie unser Bücherbus dem die Stirn bieten wird.

oidhche mhath („gute Nacht“ auf Gälisch)

© Text und Fotos: Brigitte Donnelly

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