Schottland, wie man es kennt

Die Highlands präsentierten sich mir heute von ihrer „besten“ Seite mit (wenn auch leichtem, aber immerhin) Regen, etwas Wind und trübem Wetter, und das bei knapp über 10 Grad. Bedingt durch die Nähe zum Meer (Nordsee hier an der Ostküste, Atlantik an der Nord- bzw. Westküste) ist auch die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und gemeinsam mit dem Wind fühlt man die Temperatur kühler als angezeigt.

Schon beim Einsteigen in Ruans Auto habe ich natürlich die falsche Seite erwischt – Macht der Gewohnheit! Die ersten Kilometer auf der linken Fahrbahnseite, noch dazu auf der für mich gefühlten Fahrerseite, waren dann etwas nervenaufreibend, ich hatte schon den einen oder anderen Crash im Auge. Später spielte es dann eh keine Rolle mehr, weil die Straßen hier vielerorts ohnehin nur einspurig sind – allerdings mit einer Vielzahl von Ausweichen, sogenannten „passing points“.

Mit Ruan – sie koordiniert als Network Librarian mit Sitz in Wick u. a. die Aktivitäten der mobile libraries – habe ich dann auf meiner Fahrt in den Norden einige schottische Klischees „abgearbeitet“. Wir besuchten die Tain Pottery

Tain Pottery

und passierten auf unserem Weg eine Reihe von kleinen Ortschaften, u. a. auch Dornoch mit seiner Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert und vielen kleinen Geschäften.

Dormoch

Natürlich durfte auch der Besuch einer Whisky-Destillerie nicht fehlen: der Duft des „Angels‘ Share“ (das ist der Anteil des Whiskys, der sich durch Verdunstung in die Umgebung verflüchtigt, immerhin rund 2 % pro Jahr, und den unwiderstehlichen Duft in der Nähe einer Destillerie ausmacht und nebenbei auch der Titel eines echt witzigen Films von Ken Loach aus dem Jahr 2012) führte uns zur Glenmorangie Distillery, heuer 175 Jahre alt, wo wir in einer sehr interessanten Führung in die Geheimnisse der Whisky-Produktion eingeführt wurden. By the way: Schreibe Scotch Whisky niemals mit e vor dem y, dieser zusätzliche Buchstabe gleicht hier einer Todsünde und wird lediglich für nicht-schottische Destillate verwendet. Und: Schütte niemals Cola zu Single Malt Whisky, das geht – wenn überhaupt – nur für Blended Whiskys.

Glenmorangie

Vorbei an Schafen, wilden Kaninchen und den putzig-zotteligen Galloway-Rindern erreichten wir am Nachmittag Strathy Point, der höchste Punkt hier fast direkt an der Küste, scheinbar fernab jeglicher Zivilisation, so stellt man sich das Ende der Welt vor.

GallowayStrathy Point

Von hier aus werden wir morgen unsere Tour starten. Der Bücherbus steht schon bereit!

Bücherbus-Strathy Point

©Text und Fotos: Sigrid Ehrlich

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