Wenn die Engel reisen, …

Mobile library mit Michelle und Sigrid Pünktlich zum Start unserer gemeinsamen Bücherbus-Reise auf der (im 3-Wochen-Rhythmus gefahrenen sogenannten) Tongue-Route hört der Regen auf, kein Wind mehr und sogar die Sonne schaut heraus (was sie kann, zeigt sie dann im Laufe des Tages mit teils strahlendem Sonnenschein – Prachtwetter eben!)

Michelle Currie, die Fahrerin des Busses, hat schon alles vorbereitet und kontrolliert, d. h insbesondere die oberen Buchreihen müssen ziemlich eng bestückt sein, damit im Falle eines plötzlich notwendigen Bremsmanövers nichts herunterfällt. Die von den Lesern bestellten Bücher sind im Regal, genauso wie die Bücherboxen, die sie unterwegs abgeben wird. Noch unser Gepäck an Bord, und los geht’s, mit Augenmaß über die ziemlich enge Zufahrtsstraße (da braucht man sich wegen der Fahrtrichtung wirklich keine Gedanken mehr zu machen).

Single track road

Erster Halt in Bettyhill, einer lokalen Serviceeinrichtung mit kleiner Bibliothek, hier geben wir eine Bücherbox mit neuen Büchern ab.

Beim nächsten Halt hupt Michelle, die Betreuerin der Tongue Nursery (mit 4 Kindern) tauscht die Bücher für die Kinder aus und dann holen wir die Handvoll Kinder aus der Tongue Primary School (die Schule in Schottland hat letzte Woche wieder gestartet) in der Schule ab und begleiten sie zum Bücherbus, wo sich alle ein Buch aussuchen.

Schüler der Tongue primary

Und so geht es den ganzen Tag weiter, wir fahren ein Stück, halten an den vorgegebenen Haltestellen, wo wir meist schon erwartet werden, und die Besucher – erstaunlicherweise auch sehr viele Männer – bringen ihre gelesenen Bücher mit und suchen sich etwas Neues aus. Wenn sie nicht fündig werden, hilft Michelle bzw. verspricht, bis in drei Wochen das Passende mitzubringen. Man kennt sich und sieht sich ja in drei Wochen „same time-same station“ wieder. Und wer nicht mehr mobil ist, nutzt das „house service“, da bringt Michelle die Bücher direkt ins Haus.

Around Talmine

Zwischendurch müssen wir immer wieder die Bücher verräumen („shelfing“), das System ist zwar für den Bücherbus adaptiert, aber trotzdem sehr ähnlich unserem, ich kenne mich gleich aus und kann daher gleich mithelfen. So vergeht der Tag wie im Nu und kurz nach 18 Uhr kommen wir im Hotel an, von wo wir morgen wieder starten werden.

Talmine

©Text und Fotos: Sigrid Ehrlich

Kommentare

Bild des Benutzers Astrid Neureiter

Es ist eine Freude, deinen Blog zu lesen und die schönen Fotos zu sehen. Fast ist es so, als würde ich noch einmal die Tongue-Route fahren. Vielen Dank dafür und liebe Grüße an Michelle!

Eine Bücherei auf Rädern. Das ist genial. Sind die Regale denn abschließbar, dass sie in den Kurven auch nicht heraus fallen? Ich wäre ein Muster für ein Bücherwurm, der dort gerne die Bücher auf fehlende Buchstaben prüft. Danke für den Beitrag!

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